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By Holger Salge

Psychotherapie mit Patienten im Übergang zum Erwachsenwerden

Die Spätadoleszenz ist eine Zeit des Abschieds. Eines Abschieds von den Eltern, von einem gesellschaftlichen Schutzraum (der bis dato Handeln ohne allzu weitreichende Konsequenzen ermöglichte) und von kompensierenden Omnipotenz- und Grandiositätsvorstellungen. Durch den Verlust äußerlich strukturierender Gegebenheiten kommt in dieser Lebensphase die „innere Ausstattung“ auf den Prüfstand. In der Versorgungspraxis besteht eine Besonderheit bei der Psychotherapie junger Erwachsener: Je nach adjust beim Behandlungsbeginn werden die jungen Patientinnen und Patienten von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder von Erwachsenentherapeuten behandelt. Die Praxis zeigt oft: Beide Therapeutengruppen sind unzureichend auf diese Patientengruppe vorbereitet.

Praxisorientiert: Nutzen und Fallstricke in der Therapie

Der therapeutische Umgang mit Patientinnen und Patienten in dieser Lebensphase (18-25 Jahre) stellt besondere Anforderungen an die Therapeutin, den Therapeuten und spielt sich ab im Spannungsfeld von

- diagnostischer Unsicherheit und heftigen Gegenübertragungsreaktionen auf Seiten der Therapeutinnen und Therapeuten bzw. des therapeutischen groups sowie

- Sprachlosigkeit, Ambivalenz gegenüber dem therapeutischen Angebot, massiver Scham und (unbewusster) Angst vor der eigenen Destruktivität auf Seiten des jungen Patienten.

Dieses Buch bietet eine praxisorientierte Einführung in die Besonderheiten der Psychotherapie mit Spätadoleszenten und jungen Erwachsenen.

Geschrieben für analytische und tiefenpsychologische Psychotherapeuten in Ausbildung und Praxis, aber auch Praktiker anderer theoretischer Orientierung, die sich mit der Therapie und Beratung von Patienten zwischen 18 und 25 vertraut machen möchten

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Die »Befriedung« innerhalb der Theoriebildung über die Adoleszenz, mit einem Abrücken von Vorstellungen des inneren und äußeren Kampfes und einer erheblichen individuellen Konflikthaftigkeit, die in der jüngeren Vergangenheit zu beobachten ist, im Wesentlichen gestützt durch Einflüsse der Selbstpsychologie, der Bindungstheorie, epidemiologischer Untersuchungen und allgemeiner Entwicklungsforschung, ist in mehrfacher Hinsicht eine bemerkenswerte Entwicklung. Der Zugang zu einer klinischen Fragestellung, zu einem Phänomen innerhalb der Psychoanalyse und Psychotherapie, ist immer aus verschiedenen Perspektiven möglich.

In einer betont intrapsychischen Perspektive ist hier das Erfordernis angesprochen, das sich entwickelnde Selbst in der Beziehung zu seinen inneren Objekten zu betrachten. Damit ist auch das Schicksal der frühen Separationsbewegungen berührt, da grundsätzlich bei allen Verlusterfahrungen oder -androhungen, besonders im Zusammenhang mit den vielfältigen Verlusterlebnissen der Adoleszenz und Spätadoleszenz, das innere Beziehungsgefüge erschüttert wird und nach Wiederherstellung verlangt. Die Möglichkeit, dem Fremden zu begegnen, ist somit in hohem Maße von der Stabilität der basalen Introjekte abhängig.

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